KWV-Oberinnen: Wie leben wir Berufung heute?

Veröffentlicht am 20.05.2016

„Komm und sieh – Was ist Berufung, wie leben wir Berufung heute?“ lautete der Titel der Oberinnentagung des Kaiserswerther Verbandes. Mehr als 30 Oberinnen versammelten sich dazu vom 2.-4. Mai 2016 in der Evangelischen Diakonissenanstalt Augsburg.

„Ich bin so frei, mich zu binden!“, so unterstrich Pfarrerin Sr. Anna-Maria aus der Wiesche ihren Vortrag. Die Priorin der Christusbruderschaft Selbitz referierte über das biblische Motiv der Berufung im Neuen Testament wie auch über Chancen und Schwierigkeiten, heute Verbindlichkeiten einzugehen.

„Berufung ist heute ein selten gebrauchtes Wort“, so die Priorin. Die Gegenwart lebe einen „radikalen Pluralismus – alles steht gleichwertig und gleichzeitig nebeneinander“. Dies fordere dazu heraus, eine „Entscheidungskultur für den eigenen Weg“ einzuüben. Christliche Berufung bedeute ein Wachsen vom Ego zum Selbst und eine Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte. Viel habe mit dem Prozess der Reifung zur Persönlichkeit zu tun.

Im Gespräch tauschten sich die Oberinnen über unterschiedliche Definitionen von Berufung aus, ausgehend von der Fragestellung: „Komm und sieh! Was sehen Menschen, wenn sie zu Ihnen kommen?“. In den letzten Jahrzehnten habe es einen elementaren Wandel im Berufungsverständnis der Gemeinschaften gegeben, betonte die Priorin. Interessant sei, welche Faktoren in welcher Zeit wichtig waren und wie sie sich verändert haben. Eine weitere Gesprächsrunde der Oberinnen ging dem „Gründungscharisma“ der schwesternschaftlichen Gemeinschaft nach und fragte, welche Vision die Gemeinschaften heute hegen. Die Verbindlichkeit des Lebens in Gemeinschaft wie auch Fragen der Werbung für Diakonische Gemeinschaften bildeten weitere Themen.

Auf dem Programm stand neben einem Stadtrundgang in Augsburg das Kennenlernen der Diakonissenanstalt mit gemeinsamen Andachten und einem Rundgang unter der Leitung von Rektor Heinrich Götz. In einer Fragestunde informierten sich die Oberinnen über die Schwesternschaft Ushirika wa neema (Gemeinschaft der Gnade) in Tansania, dem 2015 aufgenommenen jüngsten Mitglied der weltweiten Kaiserswerther Generalkonferenz. Sr. Dietlinde Hofmann und zwei tansanische Schwestern, die zur Zeit in der Diakonissenanstalt Augsburg leben, berichteten über die Anfänge der 1979 auf Anfrage des damaligen tansanischen Bischofs mit Hilfe der Diakonissenanstalt Augsburg in Moshi/Tansania gegründeten Schwesternschaft, zu der heute über 80 Schwestern gehören.

Die kommende Oberinnentagung ist geplant für den 03.-05.Mai 2017 in Teltow Lehnin.

Der Kaiserswerther Verband (KWV) steht für die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben in der evangelischen Kirche in der Tradition der Mutterhausdiakonie Kaiserswerther Prägung. Er vertritt Diakonie in der besonderen Form als Diakonie in Gemeinschaft. Seit 100 Jahren bildet der KWV ein Netzwerk der diakonischen Kompetenz und der christlichen Nächstenliebe. Er ermöglicht den Mitgliedern einen christlich orientierten Werteaustausch, vertritt die Mitglieder in unterschiedlichen politischen, kirchlichen und diakonischen Ebenen und unterstützt sie in ihrer Vernetzung. Der KWV verbindet ca. 70 diakonische Gemeinschaften und Werke in Deutschland.

Berlin/Bern/Witten, den 10. Mai 2016

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