Theologische Vorstände tagen zur Kommunikation des Evangeliums

Veröffentlicht am 30.01.2024

Die Theologischen Vorstände der Mitgliedshäuser des Kaiserswerther Verbandes trafen sich vom 23.-25. Januar 2024 im Kloster Lehnin. „Kommunikation des Evangeliums in glaubensarmer Zeit“ lautete das Thema.

In Vorträgen und Diskussionen ging es um die Frage, wie die Einrichtungen als diakonisch-kirchlich erkennbar bleiben können, wenn zunehmend weniger Mitarbeitende einer Kirche angehören oder kirchlich sozialisiert sind.

Am ersten Tag beschäftigten sich die Teilnehmer mit der aktuellen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung sowie der Mitarbeitsrichtlinie der EKD. Zu diesen Themen referierten Daniel Hörsch, Dr. Sigurd Rink und Annegret Utsch von der Diakonie Deutschland. Erwartbar, ernüchternd, aber auch ermutigend seien die Befunde der Untersuchung einzuordnen, so Hörsch. So genieße die Diakonie wie die Caritas ein hohes Vertrauen. Auch sei das soziale Engagement der Hauptgrund, warum Menschen in der evangelischen Kirche verblieben.

Den Auftakt für den zweiten Tagungstag machte Prof. Christian Grethlein aus Münster, der seinen Vortrag unter die Überschrift „Diakonisches Handeln als Form der Kommunikation des Evangeliums“ stellte. Insgesamt sei ein Bedeutungszuwachs der Kommunikationsform des Helfens zu konstatieren, so Grethlein auch im Blick auf die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. So erlange das konkrete Handeln als Helfen zum Leben neue Bedeutung gegenüber eher kognitiv ausgerichteten Bemühungen um Orientierung. Helfen zum Leben stelle auch eine Befreiung von den propagierten Schemata eines angeblich gelungenen oder schönen Lebens dar, so Grethlein. Kennzeichen diakonischen Handelns sei, die gegebenen Unterschiede im Kontext diakonischen Handelns – Unterschiede in Physis, Psyche oder Intellekt – in eine möglichst symmetrische Kommunikation zu überführen, betonte der emeritierte Praktische Theologe. Die Konsequenz sei, helfendes Handeln in einem Sinnhorizont zu interpretieren, in dem menschliche Schwächen ihren Ort haben, der nicht von einer Defizitperspektive geprägt sei.

Mitarbeitende des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin berichteten aus der Praxis. Dabei ging es unter anderem um diakonisch-ethische Fortbildungen, die diakonische Profilbildung in Einrichtungen der Altenhilfe, Handreichungen für Mitarbeitende im Bildungsbereich, Seelsorgeangebote sowie der Neuaufbau eines Altenpflegezentrums mit einem klaren diakonischen Profil.

Abschließend berichtete Pfarrer Martin Vogel, Beauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bei den Ländern Berlin und Brandenburg, von den Erwartungen bei politisch Verantwortlichen an Kirche und Diakonie.

Der Kaiserswerther Verband (KWV) steht für die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben in der Tradition der Mutterhausdiakonie Kaiserswerther Prägung. Er engagiert sich in besonderer Weise um die Stärkung und Entwicklung diakonischer Identität und die Verwirklichung von Gemeinschaft in Diakonie und schafft Begegnungsräume zum Austausch über die gemeinsamen Werte. Seit über 100 Jahren bildet der KWV ein Netzwerk der diakonischen Kompetenz und der christlichen Nächstenliebe. Er vertritt die Mitglieder auf unterschiedlichen politischen, kirchlichen und diakonischen Ebenen und unterstützt sie in ihrer Vernetzung. Der KWV verbindet 68 Diakonieunternehmen und Diakonische Gemeinschaften im KWV Deutschland.

Berlin, den 26. Januar 2024

Medienkontakt:
Thomas Flügge, Pressesprecher
E-Mail: presse[at]kaiserswerther-verband.de

Kontakt:
Pfarrerin Christa Schrauf,
Geschäftsführerin des Kaiserswerther Verbandes und Generalsekretärin der Kaiserswerther Generalkonferenz
Landhausstraße 10, 10717 Berlin
E-Mail: verband[at]kaiserswerther-verband.de